Beschleunigen mit großem Wirkungsgrad

Die Zeit der Beschleunigung ist eine Zeit hohen Verbrauchs. Beschleunigen ist aber wichtig wie für Vögel das Abheben, um sparsame Geschwindigkeiten zu erklimmen.

Abbildung 1. Diagramm: Spezifischer Kraftstoffverbrauch eines Dieselmotors.. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brake_specific_fuel_consumption.svg

Dieses Diagramm zeigt den spezifischen Kraftstoffverbrauch [g/kWh] eines Dreizylinder-Dieselmotors mit 1,5 L Hubraum. Dieses Diagram soll ein Beispiel für ein Kennlinienfeld des spezifischen Kraftstoffverbrauchs (Muscheldiagramm) darstellen. Die Achsen sind effektiver Mitteldruck, pe [bar] (vertikal), und Drehzahl, ω [1/min] (horizontal). An der oberen Begrenzungslinie sind die Verbrauchswerte bei maximaler Antriebsleistung.



Unsere Verbrennungsmotoren sind für große Kräfte ausgelegt. Wenn sie unter hoher Last schwitzen dürfen, bewegen sie sich im besten Wirkungsgrad — mehr Dynamik pro Tropfen Benzin. Wird nur wenig von der möglichen Kraft gefordert (Teillast), geht viel Schmackes aus dem Benzintropfen wie beim Nagel in die Wand schlagen für die Verluste drauf: Wenn ich schnell, aber ohne Kraft hämmere (zum Beispiel, wenn ich den Hammer weit vorne halte), bringt das nicht viel. Lieber langsam, aber mit kräftigen Schlägen.

Damit der Verbrauch nicht so sehr bluten muss, will man die Drehzahlnadel beim Beschleunigen im Bereich des größten Wirkungsgrads bewegen — das ist dort, wo der Motor mehr belastet ist.

Ein Beispiel: Im Verkehr mitfließend, beschleunigen zwei Autos gleich schnell. Der eine Motor ist im zweiten Gang bei 3.600 U/min und erzeugt somit die gesamte Antriebskraft aus 60 Umdrehungen pro Sekunde. Der andere Motor ist im vierten Gang. Seine Drehzahl ist niedriger und die gleiche Antriebskraft kommt aus nur 30 Umdrehungen pro Sekunde. Bei ihm ist pro Umdrehung und Kolbenbewegung mehr Last gefordert. So ist er seiner Vollast deutlich näher und sein Wirkungsgrad besser.

Wenn verkehrs- oder streckenbedingt eine nicht so starke Beschleunigung gefragt ist, wie bei der Einfahrt auf eine schnelle Straße, so früh wie möglich in den nächsten Gang schalten.

Nur ein kleiner Teil der Fahrt besteht aus Beschleunigung und so wird niedertouriges Beschleunigen die Fahrzeit nur wenig verändern, den Verbrauch dagegen drastischer.

Meistens läuft es eh anders: Man kann gar nicht voll beschleunigen, denn der Vorausfahrende kommt nicht in die Puschen, oft wegen dessen Vorausfahrendem. Und so spricht ohnehin nichts gegen niedertouriges Beschleunigen.

Add Comment

* Required information
1000
Enter the third word of this sentence.
Captcha Image
Powered by Commentics

Comments (0)

No comments yet. Be the first!