Benzinsparpakete

Allerlei Benzinsparpakete werden in neuen Autos angeboten. Veränderte Getriebeübersetzungen; Autos, die an Ampeln automatisch aus gehen; Lufteinlässe, die sich per Stellmotor verschließen können; verkleidete Unterböden zur Luftwiderstandssenkung. Mercedes hat eine Verbrauchsanzeige, auf der 3 Bargraphbalken einblendbar sind, mit denen die bisherige Effizienz des Fahrers bewertet wird: Eine Innovation, mit der ein Wettbewerb verschiedener oder auch eines einzigen Fahrers zum Spritsparen motiviert wird.

Es gibt Fortschritte in der Sparsamkeit. Doch leider sind viele Sparpakete oft auch teure Extras. Am billigsten kommt man zu Extras, wenn man diese nicht separat, sondern durch Auswahl der entsprechenden vom Hersteller festgelegten Ausstattungslinie bestellt. Meist steht hier je eine für den kaufpreisbewussten, den spritsparenden oder den sportlichen Autokäufer zur Verfügung. Verschiedene Hersteller legen die in diesen Ausstattungslinien enthaltenen Extras leider stark unterschiedlich fest. Sparsame Motorvarianten sind zwar erhältlich, doch nicht jeder angebotene Motor verfügt über den neuesten Stand der Technik. Ein starker Link zum Vergleich von sparsamen Autos ist die Schweizer Umweltliste.

Übrigens ist der genormte EU-Messzyklus (NEFZs) keinesfalls dazu geeignet, um den tatsächlichen Benzinverbrauch abschätzen oder die Autos gar untereinander vergleichen zu können, da er große Design-Schwächen aufweist.

Im Zweifelsfall in Spritmonitor.de recherchieren oder den ADAC Test fürs Auto lesen. Doch Achtung: Der aktuelle deutsche Premium-Kompaktwagenvergleichstest 05-06/2013 beweist, dass Sie auch von renommierten Institutionen wie dem ADAC nur nackte Fakten, jedoch nicht jede Interpretation bedenkenlos für bare Münze nehmen dürfen. Von den 4 großen Premium-Herstellern BMW, Mercedes, Audi und VW sollte im ersten Testteil das jeweils aktuelle Kompaktfahrzeug mit dem kleinsten Motor miteinander verglichen werden.

Alle Fahrzeuge sind Turbobenziner. BMW und Mercedes brauchen für 102 oder 122PS trotzdem einen immensen Hubraum von knapp 1,6Litern. Der Fondraum reicht zu Gunsten eines größeren Kofferraums nur bis Körpergröße 172 oder 170cm.

Bewertung des ADAC: Teure Anschaffung, hoher Verbrauch und teure Steuer aufgrund großem Motorblock mit viel Hubraum und hohem Schadstoffausstoß, nicht voll nutzbarer Fondraum.

Mein Urteil: Korrekt! Ein großer Hubraum hat auch einen Vorteil: Man kann aus niedrigster Drehzahl eher zum Überholen ansetzen, ohne vorher herunter schalten zu müssen. Wenn Autohersteller das jedoch heute auch in der Kompaktklasse getreu ihres Mottos „Freude am Fahren“ für wichtiger als Effizienz erachten, komme ich unweigerlich zur Erkenntnis, dass dort unter den Entscheidungsträgern eher weniger Visionäre als früher zu finden sind. Meine „Freude am Fahren“ ist ungleich größer, wenn ich meinen Geldbeutel weniger oft und weit öffnen muss. Dafür gestatte ich mir zuweilen im Gegenzug den Luxus, vor dem Überholen auch mal herunterzuschalten. Meine Einschätzung gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass ein Merkmal der Kompaktklasse darin besteht, Fondraum bis zur Dachhöhe in Kofferraum umwandeln zu können. Es gibt also überhaupt keinen logischen Grund, in einem Kompakt übermäßig am Fondraum zu sparen.

Audi und VW enthalten identische Motorblöcke, die sich lediglich in Anbauteilen verschiedener Qualität und unterschiedlicher Software unterscheiden. Beide entlocken aus 1,2Litern Hubraum rund 105 oder aus 1,4Litern rund 122PS. Audi hat erst kürzlich 02/2013 ein neues Modell mit zunächst mindestens 1,4Litern Hubraum auf den Markt gebracht, das auch für den Test ausgewählt wurde. VW hat seine aktuellen Modelle mit allen Motorgrößen schon länger am Markt. Deshalb wurde hier der Minimalhubraum 1,2Liter ausgewählt.

Bewertung des ADAC: Bei Audi Anschaffung teurer, Verbrauch und Schadstoffausstoß höher als bei VW. VW deshalb Testsieger!

Mein Urteil: Was für ein ausgemachter Schwachsinn aus sonst berufenem Mund! Offensichtlich sind hier entweder Schmiergelder oder tiefrote Tomaten auf den Augen im Spiel. Sonst nahezu gleiche Autos mit größerem Hubraum sind selbstverständlich teurer, verbrauchs- und schadstoffintensiver als welche mit kleinerem Motor. Wenn der ADAC als renommiertes Sachverständigenbüro solche Aussagen machen möchte, sollte er sich diese bei selbst auferlegten unterschiedlichen Voraussetzungen entweder verkneifen oder die Voraussetzungen egalisieren. Vergleicht man die 1,2Liter-Modelle bis 01/2013 oder die 1,4Liter-Modelle ab 02/2013 miteinander, wird man jedes Mal bei Audi den etwas geringeren Verbrauch wie auch Schadstoffausstoß feststellen. Sonderausstattungen kauft man am billigsten durch Auswahl der richtigen Ausstattungslinie, die bei verschiedenen Herstellern leider auch unterschiedlich geschnitten sind. Im Test wurde die jeweils einfachste ausgewählt. Bucht man hinzu, so dass Audi und VW gleich ausgestattet sind, wird man feststellen, dass Audi bei generell besserer Qualität nur rund mickrige 500€ teurer als VW sein wird. Lediglich die Rabattsätze, die davon noch abgezogen werden, variieren je nach Kaufzeitpunkt, da die Konzerne damit ihre Wunschabsatzzahlen steuern. Diesen Faktor muss man für einen objektiven Vergleich jedoch außen vor lassen. Bei einem Kaufpreis um rund 30Kiloeuronen kann also für Audi auch hier keine Rede von einem Testverlierer, sondern in jeder Hinsicht eindeutig nur von einem Gewinner sein.

Im zweiten Testteil wurde der angebliche Testsieger VW mit Nichtpremiummarken verglichen, die alle noch schlechter abschnitten. Dabei wurde allerdings die plötzliche Erkenntnis geäußert, dass dem 1,2Liter-VW aus dem ersten Testteil auf Autobahnen ein gewisses Fahrspaßdefizit durch Leistungsmangel anhaftet. Deshalb wurde jetzt mit dem 1,4Liter-VW weiter getestet. Diese Tatsache legt aus meiner Sicht die Frage nahe, warum dieser im ersten Testteil nicht auch mit Audi verglichen werden durfte.

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