Umbauten zum Benzinsparen

Was für manche weit weg erscheint, kann für anderen nahe liegen. So legen manche Hand an ihr Fahrzeug, um Kraftstoff zu sparen:

Andere Getriebeuntersetzung: Begehrenswert bei vielen Autos, denn oft könnte der höchste Gang wesentlich niedertouriger untersetzt sein. Die Kupplung würde beim Anfahren nur dann etwas stärker beansprucht werden, wenn auch der erste Gang gleichermaßen verändert wäre. Durch die niedrigere Drehzahl bei Konstantfahrt im letzten Gang wäre der Effekt groß, leicht berechenbar und mögliche Nebeneffekte wären leicht überschaubar. Die maximale Beschleunigung reduziert sich dabei erheblich, kann aber durch Herunterschalten kompensiert werden. Der „Fahrspaß“ reduziert sich nur in den Augen von Speedjunkies. Letzteres mag wohl auch der Grund dafür sein, dass die meisten Hersteller sich nicht trauen, ein Getriebe zu entwickeln, das bei Richtgeschwindigkeit 130 km/h eine Motordrehzahl knapp unterhalb der Turboschwelle hervorruft. Die damit verbundene bedarfsgerechte Motorleistungsreduzierung (durch Abschaltung des Turboladers) während bereits erreichter und gleichförmig mit dem Tempomat gehaltener Reisegeschwindigkeit würde ein enormes zusätzliches Sparpotenzial erschließen.

Größere Riemenscheibe: Eine größere Riemenscheibe auf der Lichtmaschine bei gleicher Riemenscheibengröße auf der Kurbelwelle soll die Lichtmaschine weniger schnell betreiben. Durch die geringere Lichtmaschinendrehzahl sind tatsächlich ein paar Prozente zu sparen, jedoch ist der Eingriff eine Veränderung der Energiemanagementauslegung und kann insbesondere zum Beispiel auf Kurzstrecken nicht uneingeschränkt empfehlenswert sein.

Batterie: Der wesentliche Kennwert einer Autobatterie ist deren sogenannte Nennkapazität. Diese gibt an, wie viel elektrische Energie (in Amperestunden) insgesamt hineinpasst, d. h. wie viele Stunden eine Stromstärke von einem Ampere aus der vollen, noch fabrikneuen Batterie entladen werden kann, bis diese leer ist. Die Nennkapazität ist nicht zu verwechseln mit dem Ladezustand, der mit gleicher Einheit (Ah) den aktuellen Energieinhalt angibt. Die tatsächliche Kapazität (Fassungsvermögen) schwindet mit zunehmendem Alter in Abhängigkeit der Pflege schneller oder langsamer. Folgende Pflegemaßnahmen führen zur Verzögerung des Kapazitätsschwunds: Ein Fahrzeug, dessen Verdrahtung für eine Batterie im Kofferraum ausgelegt ist, reduziert dort (neben Optimierung der Gewichtsverteilung) deren Verschmutzung wie auch die Auskühlung. Beides kann auch durch ein serienmäßiges Hardcase oder nachträgliche Umhüllung mit einem handelsüblichen „Batteriewintermäntelchen“ eingedämmt werden. Auch eine wartungsfreie Batterie reduziert durch die fehlenden Einfüllschrauben die interne Verschmutzungsgefahr. Bei Kofferraummontage ist darauf zu achten, dass der Gasungsnippel am Pluspol (rot) durch den Kofferraumboden nach außen geführt wird, um die Explosionsgefahr des beim Laden dort entstehenden Wasserstoffgases zu eliminieren. Das am Minuspol (schwarz) beim Laden entstehende reine Sauerstoffgas darf in die Kabine entweichen.

Die Lebenszeit der Batterie ist beendet, sobald die Restkapazität für die größte Belastung (Motorstart im Winter) nicht mehr ausreicht. Auch eine größere Nennkapazität hilft, diesen Zeitpunkt erheblich zu verzögern. Größere Batterien haben jedoch auch einen kleineren Innenwiderstand, der den Lichtmaschinenregler stärker belastet. Die Praxis zeigt, dass nur eine erhältliche Größe mehr noch keine Probleme schafft. Batterien verschiedener Größen haben meist dieselbe Tiefe und ähnliche Höhe. Lediglich die unterschiedliche Breite stellt die einfache Montage auf der am Fahrzeug vorhandenen Schiene mit Zentralkerbe problemlos sicher.

Jüngere Fahrzeuge mit Energiemanagement benötigen nach jedem Austausch eine Eingabe der Nennkapazität sowie des Alters durch eine Fachwerkstatt. Damit keine unterschiedliche Auslegung von Lichtmaschine, Regler und Software vorgehalten werden muss, verbauen Hersteller für alle Motorisierungen heute meist nur eine einzige Batteriegröße, die für die stärkste Belastung ausreicht. Die Übergröße für alle anderen wird für eine längere Lebensdauer sowie für eine verbrauchsoptimierte Disposition der Rückladung vorzugsweise durch Motorbremse oder Vollastbetrieb genutzt und bei Leerlaufbetrieb möglichst vermieden. Der Spritmehrverbrauch für das überschaubare Mehrgewicht einer größeren Batterie wird in jedem Fall durch deren Vorteile mehr als ausgeglichen.

Ein mobiles Navi ist besonders für mehrere im Haushalt vorhandene, beruflich genutzte oder häufig angemietete Pkw außerordentlich empfehlenswert, gehört jedoch nicht an die Windschutzscheibe. An der Unterkante ist die Entfernung zu groß, so dass Sie nicht mehr alles sofort anstrengungsfrei lesen können. Auch der Touchscreen ist (ohne sich vorzubeugen) für die Bedienung zu weit entfernt. Unter dem Innenspiegel ist die Sicht zu stark eingeschränkt. Links daneben wird es durch die Sonnenblende verdeckt und lenkt besonders beim nächtlichen Blick in den Innenspiegel ab. Ein Schwanenhals gibt bei Bedienung des Touchscreen nach und ist zwar besser, jedoch ebenfalls nur suboptimal. Ersetzen Sie den serienmäßigen Scheibensaugfuß lieber durch ein allseits verstellbares Lüftungsgitterstativ des gleichen Naviherstellers und platzieren Sein dieses auf dem linken inneren Lüftungsgitter.

Auch der serienmäßige Kabelsalat ist gefährlicher Mist! Am gekröpften übergroßen USB-Zigarettensteckdosennetzteil mit überlanger Leitung bleibt man auch nach dessen Bündelung beim Schalten und Lenken gern hängen. Ist der Akku im Navi älter als 4 Jahre, stürzt dieses aufgrund des entstandenen Kapazitätsschwunds dabei gern ab und lenkt den Fahrer beim Rebooten und erneuten Einstellen unnötig ab. Während Pausen an Raststätten muss entweder die Zündung eingeschaltet bleiben (aufgrund von Langfingern nicht empfehlenswert, weil fahrlässig) oder das Navi abgeschaltet und vor Weiterfahrt wieder neu eingestellt werden. Zur Abhilfe ermitteln Sie im Bordbuch die Sicherung für den Zigarettenanzünder und entfernen diese. Wechseln Sie nach Öffnung des Sicherungshalters den jetzt spannungsfreien gehenden Kabelschuh der Sicherung von unten auf einen unbelegten Sicherungsplatz in Reichweite mit Spannungsversorgung ohne Zündungsabschaltung. Bevorzugen Sie nach Möglichkeit einen Platz mit Energiemanagementabschaltung. Ein Audi A4 Bj. 2009 verfügt über 3 Sicherungskästen an den Stirnseiten des Armaturenbretts und rechts im Kofferraum, an denen die jeweils nächstgelegenen Verbraucher angeschlossen sind. Das spart Kupfer und Aufwand bei Nachrüstungen. Jeder Kasten enthält 3 Sicherungsträger mit je 12 Sicherungssteckplätzen, von denen der linke schwarze mit Dauerspannung ohne Energiemanagementabschaltung, der mittlere braune mit Dauerspannung und Energiemanagementabschaltung sowie der rechte rote mit Spannung über die 1. Zünschloßstufe und Energiemanagementabschaltung versorgt ist. Nach Abziehen der Abdeckleiste und Betätigung des Riegels nach Sicherung 12 kann der Sicherungshalter mit dieser Seite voran nach hinten heraus geschwenkt werden. Der hintere schwarze Deckel wird an dessen 3 Rastbügeln geöffnet und abgenommen. Der längs durch den Halter verlaufende Sicherungsriegel mit seinen Widerhaken an der Innenseite wird vorne etwas hinein geschoben und nach hinten abgezogen. Mit einer starken Nadel werden die Widerhaken in der Mitte der Kabelschuhlängsseite von vorne so weit es geht nach innen gebogen. Durch Einstecken einer Sicherung oder eines noch stumpferen Gegenstands (Schraubendreher) von vorn werden die Steckzungen gespreizt und damit die Widerhaken vollends eingefahren, um den sonst extrem störrischen Kabelschuh nach hinten abzuziehen. Beim Einschieben in den neuen Platz ist der asymmetrische Kabelschuh wie seine Nachbarn auszurichten. Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. An anderen Fahrzeugen wird ähnlich verfahren. Stecken Sie die Sicherung wieder ein, prüfen Sie die Funktion und dokumentieren Sie den Eingriff auf einem Beiblatt im Bordbuch, den Sie zwischen die Seiten mit der Sicherungsbelegung einfügen.

Entfernen Sie zum Schutz vor einer leeren Autobatterie den Zigarettenanzündereinsatz aus seiner Steckdose, polstern Sie ihn und und lagern ihn für einen späteren Rückbau im Aschenbecher ein. Kaufen Sie sich ein Mini-Zigarettensteckdosennetzteil mit 1-2 USB-A-Buchsen und auch für etwaige weitere Geräte ausreichender Leistung/Strombelastbarkeit, das maximal 2 cm länger als die Dose ist und stecken Sie dieses ein. Ohne Last wird der Eigenstromverbrauch verschwindend gering sein. Kaufen und stecken Sie darauf einen Adapter von USB-Stecker-A auf Mini-USB-Stecker. Stecken Sie darauf die Mini-USB-Eingangsbuchse eines ebenfalls zu beschaffenden Mini- TMC-Receivers. Den Mini-USB-Ausgangsstecker der daran befindlichen, fortan den gesamten Restkabelsalat darstellenden ca. 20 cm kurzen Anschlussleitung für Stromversorgung und Empfangsdaten stecken Sie ins Navi. Dieses sollte nach Benutzung fortan stets gewissenhaft abgeschaltet werden, so dass lediglich der Navi-Akku nachgeladen und voll erhalten wird, ohne die Autobatterie zu entladen.

Schneiden Sie mit einem scharfen, spitzen Messer die Saugnäpfe der TMC-Wurfantenne mittig über dem Führungsloch leicht ein und trennen Sie den verbliebenen Steg vorsichtig von unten nach oben durch, ohne die Wurfantenne zu beschädigen. Lagern Sie die entfernten Saugnäpfe beim Navizubehör für eine etwaige spätere Wiederverwendung ein. Der Stecker am Anfang der Wurfantenne kommt in den TMC-Receiver. Von dort wird die Wurfantenne vorzugsweise in die Fuge zwischen Mittelkonsole und Armaturenbrett geklemmt, in den Fußraum der Beifahrerseite geführt und dann J-förmig zwischen Mittelkonsolenschürze und Teppich am Kardantunnel entlang nach hinten, über den Tunnel zur Fahrerseite und das Reststück nach vorn geführt.

Ein fabrikneues mobiles Navi verliert aufgrund seines Akkukapazitätsschwunds, des Kartenaktualitätsschwunds sowie neu herauskommender Typen auch bei schonender Einlagerung schon ab Herstellungszeitpunkt ständig an Wert. Nutzen Sie es daher ab Kauf auch für überschaubar kurze Strecken. Bei zweckmäßiger Routeneinstellung („schnell“, „kurz“, „sparsam“ oder „leicht“) werden Sie sich oft wundern, um wie viel besser die Vorschläge als die ihren sind. Auch auf längst routenoptimierten Pendlerstrecken bietet sich das an: Das Kartenmaterial enthält für jeden Streckenabschnitt auch Daten zu Richtverbrauch und zulässiger Maximalgeschwindigkeit, mit der auch die Übergeschwindigkeitswarnung gesteuert wird. Über den TMC-Receiver wird wesentlich schneller als über Verkehrsfunk flächendeckend erfasst, welche Streckenabschnitte ihre Maximalgeschwindigkeit derzeit in welchem Umfang eingebüßt haben. Das Navi kann Sie daraufhin nicht nur vor einer Stauannäherung warnen (Ansage: „Sie nähern sich einem Stau“), sondern berechnet Ihnen auch die Alternativroute mit den geringsten Einschränkungen. Sie müssen lediglich lernen, in solchen Fällen Ihrem Navi auch fast blind zu vertrauen, ohne es besser wissen zu wollen. Schon ein einziger vermiedener Stau rechtfertigt diesen Aufwand. Beide Effekte führen aktiv zu erheblicher Treibstoffersparnis und sollten deshalb auch genutzt werden.

Kühlerabdeckung. Vor allem für den Winter und für Kurzstreckenfahrten gibt es die Möglichkeit, Teile des Kühlergrills abzudichten, so dass der Motor früher Betriebstemperatur annimmt. Dadurch sinkt der Verbrauch während der ersten Kilometer schneller. Man ist dann aber weniger flexibel. Sobald man mal länger fährt oder schneller, muss die Abdeckung wieder weg. Auswirkungen auf Ansauglufttemperatur und -druck prüfen.

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