Betrieb der Klimaanlage

Wenn schon Klimaanlagenbetrieb, dann bitteschön verbrauchsoptimierte Benutzung:

Diese beginnt bereits mit dem Einparken. Bevorzugen Sie bei warmen Außentemperaturen einen Parkplatz, der unmittelbar vor Ihrer beabsichtigten Rückkunft im Schatten liegt. Sobald Sie sich dann zu Fuß in Sicht- und Funkreichweite Ihres Wagens nähern, öffnen Sie an Ihrem jüngeren Fahrzeug mit oft schon serienmäßig entsprechender Ausstattung alle Fenster, indem Sie jetzt die Türentriegelungstaste des Funkschlüssels lange drücken. Ein langer Druck auf die Kofferraumtaste entriegelt die 3. oder 5. Tür und öffnet diese, sofern deren Federmechanik einen positiven Auftrieb vorsieht. Querende Brisen entsorgen jetzt schon mal gestautes Backofenklima. Gegen Langfinger ab diesem Augenblick bieten Sichtweite und noch verschlossene Türen einen gewissen Schutz. Verfügen Sie auch über eine serienmäßig integrierte Standheizung, besteht die Möglichkeit, dass diese auch die Funktion „Standlüftung“ umfasst. Dann können Sie mit dem zugehörigen Timer, der Funkfernbedienung oder dem Funkschlüssel zusätzlich auch die Lüftung fernaktivieren. Ansonsten noch vor dem Verladen der Mitfahrer bei Rückkunft alle Türen/Fenster auf!

Nach Abfahrt bei vorher wieder zu schließenden Türen und noch abgeschalteter Klimaanlage eingesperrte Restwarmluft mit Lüftung auf voller Leistung durch noch offene Fenster hinaus pusten und durch kühlere Außenluft ersetzen. Dann nach einigen Minuten erst Fenster schließen, Lüftung auf Automatikleistung reduzieren und Air Condition ein. Eine ausgereifte Klimaautomatik übernimmt einige dieser Schritte komfortabel von selbst.

Die meisten PKW-Klimaanlagen verfügen über einen kombinierten Temperaturreglerknopf (oder mehrere für links, rechts und hinten), mit der auch die Heiztemperatur vorgegeben wird. Sofern Sie die Solltemperatur höher als die gemessene Außentemperatur einstellen, wird die Heizung frühestens nach dem Kaltstart über das Motorthermostat mit überschüssiger kostenloser Motorabwärme versorgt. Lediglich der geringe Lüfterstrom kostet etwas Treibstoff. Eine nur kleine Temperaturdifferenz kündigt den anstehenden Klimaanlagenbetrieb an und deaktiviert automatisch die Heizung, ohne dass es hierzu einer manuellen Aktion bedarf. Erst bei Solltemperaturen unterhalb der gemessenen Außentemperatur wird die Kältemaschine aktiviert. Die in Anspruch genommene Klimaanlage kommt aus deren Kompressor, der dabei den Motor bremst und damit Treibstoff kostet. Je höher also Ihre Solltemperaturvorgabe, desto niedriger der Spritverbrauch. Deshalb damit auf dem Teppich bleiben: 25 bis minimal 22,5°Grad Celsius reichen dicke! Noch kühler überspannt den Bogen und verursacht neben Mehrverbrauch oft auch Erkrankungen der Insassen. Eine Solltemperaturvorgabe, die nur minimal unter der gemessenen Außentemperatur liegt, führt zu nahezu kostenloser Kühlung durch Lüftung ohne Kälteerzeugung.

Jeder weiß, dass man grundsätzlich nicht mit angezogener Handbremse Auto fährt. Das gleiche gilt auch für Lüftungs- und Klimaanlagen. Man erzeugt damit nicht erst unter Aufbietung von Kraftstoff übermäßig viel Luftstrom und Kälte, um einen Teil davon sofort wieder zu verplempern. Lüfter erzeugen über Lichtmaschine und Energiemanagement aus wenig Kraftstoff und Strom einen Luftstrom. Verschlossene oder verengte Lüftungsgitter steuern diesen nicht nur bedarfsgerecht, sondern behindern ihn auch und verursachen damit letztlich auch Mehrverbrauch. Den Luftstrom reduziert man bei Bedarf wesentlich geschickter an der Quelle durch Drehzahlreduzierung oder noch besser bei Klimaautomatik durch Solltemperaturerhöhung. Im Winter öffnet man alle Lüftungsauslässe und zielt mit den äußeren in Richtung Außenspiegel gegen die Seitenscheiben, um diese mit Minimalaufwand durchsichtig zu halten. Im Sommer richtet man alle dorthin, wo die Kühle zuerst am intensivsten wahrgenommen wird, das heißt – je nach gesundheitlicher Verträglichkeit – vorzugsweise auf Gesicht, Hals, Achseln, Arme oder Oberkörper der Insassen in Reichweite richtbarer Lüftungsgitter. Ohne Beifahrer verschließt man nur den rechten äußeren, ohne Fondmitfahrer die hinteren. Neben den richt- und verschließbaren gibt es auch starre, nicht verschließbare Luftauslässe, die grundsätzlich frei zu halten sind. Dann stellt man die Solltemperatur auf der Fahrerseite so hoch wie möglich mit minimaler Differenz von höchstens 5°Grad Celsius unterhalb der Außentemperatur, so dass der gerichtete Luftstrom nur dezent kühl, auf keinen Fall jedoch unangenehm kalt erscheint. Behalten Sie diese Einstellung regelmäßig auch bei folgenden Fahrten im Auge, da bereits eine geringfügig fallende Außentemperatur auch im Sommer zur Heizungsaktivierung führen könnte. Den Beifahrerregler stellt man zunächst identisch ein und reduziert nur bei anwesenden Mitfahrern ohne gerichteten Luftstrom (keine richtbaren Luftauslässe vorhanden oder keine gesundheitliche Verträglichkeit) die Solltemperatur dort etwas, wenn die Gesamttemperatur der Kabine auch nach einer Weile noch immer unangenehm warm erscheint. Dabei wird automatisch sowohl die Kälteproduktion, als auch der dafür angemessene Luftstrom im optimalen Verhältnis bedarfsgerecht zurück geregelt, ohne etwas davon zu verschwenden.

Mit der Klimaanlage kann man nicht nur die Kabine, sondern auch den Innenraum des Armaturenbretts kühlen. Hierzu müssten Sie lediglich eine sehr große Differenz zwischen Außentemperatur und Sollinnentemperatur einstellen und den Luftstrom nur schwach einstellen oder gar abschalten. Dabei wird der Verdampfer unter dem Armaturenbrett stark abgekühlt, ohne diese Kälte nennenswert in die Kabine zu fördern. Die Kälte entschwindet stattdessen durch Wärmeleitung und Konvektion langsam im Verhältnis der zu den Nachbarräumen Motorraum, Kabine und außen herrschenden Temperaturdifferenzen. Jedem sollte klar sein, dass dieses Manöver trotz mäßiger Kühlleistung in der Kabine Unmengen an Treibstoff verschwendet, da der Motorraum und der Außenraum keiner Kühlung bedürfen. Dennoch habe ich beobachtet, dass manche Nutzer so ihre Klimaanlage regeln: Der Solltemperaturregler verbleibt auf eisiger Minimaltemperatur (16°Grad) und der individuelle Kältebedarf wird am Lüfterregler manuell eingestellt. Eine jahrelang praktizierte derartige Malträtierung äußert sich neben dem Spritmehrverbrauch, der sich relativ gut im übrigen Verbrauch verstecken kann, vor allem auch in einem eklatant vorzeitigen Kühlmittelschwund, der oft auch direkt im Display angezeigt wird. Seit geraumer Zeit verfügt nahezu jede Klimaanlage über einen Automatiklüftungsknopf, der für die eingestellte Temperaturdifferenz stets den optimalen Luftstrom auswählt, damit kostbarer Treibstoff weder für den Klimaanlagenkompressor, noch über die Lichtmaschine für den Lüfterstrom verschwendet wird, deshalb selbstverständlich grundsätzlich eingeschaltet bleiben und nur selten vorübergehend manuell über- oder untersteuert werden sollte.

Während des Betriebs selbstverständlich auch weder Fenster, noch Schiebedach oder gar Verdeck/Hardtop öffnen. Für Umstiege Türen wie beim Kühlschrank nur kurz öffnen und dabei weder einschlafen, noch ein vermeidbares externes Schwätzchen beginnen. Ist dieses unvermeidbar, dann lieber durch eine geöffnete Scheibe führen, da die kälteste Luft in der Kabine nach unten sinkt und wie Wasser durch eine offene Tür entweichen würde.

Rechtzeitig vor Annäherung an vorausfahrenden „Stinker“ Umluftbetrieb aktivieren und dann lange vor Anlaufen der Scheiben auch das manuelle Deaktivieren nicht vergessen. Anlagen mit automatisch befristetem Umluftbetrieb wären zwar wünschenswert, sind meines Wissens jedoch dünn gesät. Audi verfügt seit ca. 02/2010 über eine zusätzliche Automatikumlufttaste, die bei Betätigung 12 Minuten lang auf befristeten Umluftbetrieb schaltet. Bei Einlegen des Rückwärtsgangs wird maximal 12 Sekunden lang auf Umluft geschaltet, um das Ansaugen der eigenen Abgase zu vermeiden. Bei Umluftbetrieb wird stets auch der AC-Pollenfilter geschont, bleibt dadurch länger verstopfungsfrei und fördert damit sowohl Luftqualität, als auch Strom- und Treibstoffersparnis.

Die Kälteproduktion einer PKW-Klimaanlage erfolgt nur, solange der Motor läuft und den Klimaanlagenkompressor antreibt. Moderne Klimaanlagen verfügen auch über einen Luftmischer im Gebläsekasten. Sobald (außer bei vollkommenem Umluftbetrieb) die Innenluft kühler als die Außenluft gemessen wird, wird von letzterer automatisch nur noch soviel zugeführt, wie zur Luftqualitäterhaltung nötig ist. Der Rest wird auch bei Außenluftbetrieb im Umluftbetrieb umgewälzt, damit zu Gunsten eines gemäßigten Spritverbrauchs der Pollenfilter geschont wird und nicht ständig die heiße Außenluft abgekühlt werden muss, um dann nach nur einem einzigen Zirkulationszyklus wieder nach außen entlassen zu werden.

Nach Fahrtende bleibt im Luftmischer eine gewisse Menge Kaltluft übrig, die nach gewöhnlichen Fahrten dort verloren gehen würde. Wenn Sie nach Ankunft das Fahrzeug verlassen wollen, schalten Sie daher zur Vermeidung die Klimaanlage (nicht die Lüftung) 5 Minuten vorher aus. Wenn Sie jedoch noch im Fahrzeug verweilen wollen, unterlassen Sie das und halten Sie die Kabine weiterhin verschlossen. Schalten Sie die Zündung ein sowie Licht und Tagfahrlicht (im Setupmenü) aus. Erfolgt nach einigen Sekunden kein Motorstart, schaltet auch das Motorsteuergerät dessen unnötigen Stromverbrauch automatisch ab. Abhängig von der eingestellten Solltemperatur wird jetzt die Lüftung mit geringem Stromverbrauch automatisch mehr oder weniger stark aktiviert. Ein Teil des Luftstroms wird dabei über den Luftmischer der jetzt stehenden Kältemaschine gefördert und kann damit bei sparsamer (höherer) Solltemperaturvorgabe noch eine beachtlich lange Zeit das noch kühle Kabinenklima erhalten. Sobald der Kaltluftvorrat aufgebraucht ist, erfolgt die Kühlung nur noch durch Lüftung. Auch diese ist aufgrund des Luftmischers und der gestauten Kabinenkühlluft wesentlich effizienter, sauberer und oft auch leiser als offene Fenster. Das Energiemanagement beendet das ganze rechtzeitig vor kritischem Batterieladezustand.

Achtung: Da bei diesem Vorgang eine eingeschaltete Zündung erforderlich ist, eignet sich dieses Manöver nicht für alleine im Fahrzeug zurückgelassene Kleinkinder oder Haustiere. Versicherungen bewerten ein unbeaufsichtigtes Fahrzeug mit Zündschlüssel mindestens als fahrlässig und verweigern bei Diebstahl Ersatzleistungen. Ein Auto ist darüber hinaus grundsätzlich als Waffe zu betrachten, die gegenüber Unbefugten ständig unter Verschluss zu halten ist.

Auch ohne Heizungs- oder Klimaanlagenbetrieb auf vollkommenes Abschalten der Lüftung grundsätzlich verzichten, da sonst die Luftqualität durch erhöhten Kohlendioxid- und verringerten Sauerstoffgehalt, damit die Konzentration, irgendwann schleichend auch die Sicht und damit letztlich die Sicherheit darunter leiden. Die Klimaautomatik lässt man ebenfalls ganzjährig im Wesentlichen eingeschaltet. Die unerwünschte Kälteproduktion unterbindet man besser durch eine angemessen höhere Solltemperaturvorgabe. Dabei wird die Kältemaschine hin und wieder auch ohne Kälteanforderung zumindest kurzzeitig automatisch aktiviert, um die kumulierte Ansammlung und Einnistung von Krankheitserregern wirksam zu unterbinden („Klimaanlagenkick“). Bei Unterlassung besteht die erhöhte Gefahr, dass Sie dieses Versäumnis irgendwann gesundheitlich oder unter schmerzhafter Mittelaufbietung für zusätzliche Werkstattkosten sühnen dürfen.

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