Gewicht senken

Gleich nach den Reibungen folgt das Gewicht als schwer wiegender Faktor für den Verbrauch. Egal ob beim Beschleunigen oder den Berg hinauf, überall muss der Motor das Gewicht schleppen. Das ist natürlich kein Grund, Oma nicht mehr zum Einkaufen mitzunehmen, aber vielleicht könnte diese Kenntnis zu Ideen inspirieren, das Gewicht und somit den Verbrauch zu senken.

  1. ersetze Reserverad durch Reifenschaum: Eine ADAC-Studie bestätigte, dass Reifenschaum in 99 % der Fälle den Unfallreifen bis zum Reifenwechsel reparieren kann. Manche denken weniger. Davor abwägen, ob er wirklich unverzichtbar ist. Für Stadt und Umkreisfahrer normalerweise null Problem. Außerdem ändert der Ersatzreifen hinten drin die Gewichtsverteilung, welche im Winter spürbar sein kann, für Vorderradantriebler ist „hinten ohne“ sehr willkommen, für Heckangetriebene eher weniger. Für die dann leere Reserveradmulde haben Hersteller oft auch eine passende Einlage zur Unterbringung von Dichtmittel, Werkzeug und auch einen praktischen kleinen 12 V-Reifenkompressor. Man muss allerdings auch berücksichtigen, dass Reifendruckmittel eine eng begrenzte Haltbarkeit hat und dann ersetzt werden sollte. Bei Verkehrskontrollen zahlt man für nicht ersetztes überaltertes Reifendruckmittel ein Verwarnungsgeld. Da fehlendes kostenlos ist, empfiehlt sich nach Verfalldatum bei nicht gegebener Ersatzbereitschaft die Umlagerung ins Handschuhfach.
    Das spart runde 30 kg Gewicht.
  2. Extreme Benzinsparer haben schon ihre Rücksitzbank ausgebaut, um Gewicht zu sparen. Das können mitunter 50 kg sein, was der Ausbau ausmacht. Domstreben einzubauen wäre eine Möglichkeit, um die Innenraum-Optik ohne Sitzbank nicht wesentlich zu verschlechtern und sogar das Fahrverhalten zu verbessern. Aber Achtung: Das sollte man natürlich nur machen, wenn man die zusätzlichen Sitze absolut nicht braucht, denn ich denke, Freunde könnten dies irgendwann vielleicht als asoziales Verhalten empfinden.
  3. Ungenutzte Dachträger, Skiboxen oder Topcase demontieren, sobald man sie nicht mehr braucht. Am wenigsten fällt das zusätzliche Fahrzeuggewicht von bis zu 30 kg ins Gewicht. Der Motor muss jedoch zusätzliche Kraft gegen den bremsenden Luftwiderstand aufbringen, und das nicht nur zum Beschleunigen, sondern während der gesamten Fahrt. Und ganz ehrlich, irgendwann hat man sich doch für sein Auto entschieden, weil es einem gefallen hat. Solche Accessoires am Auto sehen in 99 % der Fälle eher unästhetischer aus.
  4. Am Heck montierte Fahrradträger o. ä. vergrößern den Luftwiderstand, auch wenn sie gar nicht in den Wind ragen. Für einen geringen Luftwiderstand ist auch eine fließende Form am Heck obligatorisch.
  5. Nicht ratsam: Grundsätzlich wenig tanken. Natürlich bedeutet weniger Fahrzeuggewicht auch weniger Verbrauch und bei 40 Liter Kraftstoff (ca. 32 kg) ist das allerhand. Aber wenn wir zweimal öfter Umwege an die Tanke fahren und Motor an- und ausmachen müssen, kostet das schnell mehr als der Gewinn durch Mindergewicht. Im Übrigen sammelt sich in einem teilgefüllten Tank Kondenswasser. Das war vor allem bei Autos mit Blechtank schlecht. An der kalten Tankwand kondensiert die Luftfeuchtigkeit und sinkt ins kostbare Benzin. Daher sollte man Oldtimer auch immer mit vollem Tank vor dem Winter abstellen.
  6. Bevorzugen Sie beim Tanken an minimalen Umwegen kleinere Tankstellennetze vor größeren, da eine maximal erhaltene Vielzahl den Wettbewerb stärkt und Preissteigerungen zumindest eine gewisse Einhalt gebietet. Besonders die größeren diktieren die Preise und ziehen die Kunden verstärkt zu Urlaubsreisewellenzeiten über den Tisch. Davor und danach werden die Preise zeitverzögert wieder gesenkt. Kleinere Tankstellen passen sich lediglich an, um selbst überleben zu können.
  7. Wenn kein kleineres Tankstellennetz am Weg liegt, entscheiden Sie sich für eine größere mit attraktivem Paybacksystem, bei dem wie z. B. bei Shell die gesammelten Punkte nicht für irgendwelchen Firlefanz verschleudert werden müssen, sondern früher jederzeit und heute während Aktionen auch für Spritpreisnachlässe genutzt werden können. Für jeden getankten Liter erhält man 1 Punkt, für einen Preisnachlass von 0,10 €/Liter zahlt man 19 Punkte/Liter. Bereits einmal V-Power mit Paybackkarte tanken führt zur Aufnahme in den V-Power-Club. Man genießt dann diverse Privilegien wie z. B. kein Punkteverfall nach Zeit oder Zusendung von Aktionsgutscheinen. Ab und zu werden auch Aktionen ausgelobt, die innerhalb einer Frist progressiv ansteigende Zusatzpunkte für jede Tankung ab 25 Liter/Tankung anbieten. Ich kann nur raten, solchen Unfug zu boykottieren und grundsätzlich nur vollzutanken. Das Paybacksystem von Aral bewerte ich eher suboptimal, da aufzuklebende Paybackpunkte eher dem Dritten Reich als dem Scannerzeitalter zuzuordnen sind.
  8. Beobachten Sie die Marktpreisentwicklung an Ihren Standorten und versuchen Sie Gesetzmäßigkeiten abzuleiten. Bevorzugen Sie dann Tankstandorte, Wochentage und Tageszeiten mit eher niedrigerem Preisniveau. Ich konnte in letzter Zeit feststellen, dass Sprit abends meist billiger als morgens ist. Vermeiden Sie Tankungen während Urlaubsreisewellen und sorgen Sie rechtzeitig vor absehbar erforderlichem Besuch eines Billigtankstandorts für einen leeren Tank. Beginnen Sie bereits ab halb leerem Tank mit der optimalen Disposition.

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