Spare Stopps

Wenn man den Benzinverbrauch eines Kraftwagens genau verfolgt, bemerkt man schnell, dass vor allem das Anfahren und das Rangieren bei geringen Geschwindigkeiten ins Gewicht fallen — kurz auch Kurzstreckenfahrten genannt. Vielleicht kann man da was dagegen tun.

Fahrten so planen, dass Stopps und Umwege wegfallen. Es gibt Straßen und Ecken, in denen man nur von einer Richtung gut einfahren kann. Bei mir gibt es zum Beispiel einen Baumarkt, der zwar direkt an der Straße liegt, die mich zur Stadt führt, allerdings muss man zum Rausfahren aus dem Baumarkt immer einen Umweg mit mehreren Ampelstopps fahren. Nur wenn man nach dem Baumarkt in die Stadt muss, kommt man von dort aus schnell weg. Eine intelligente Fahrtenplanung berücksichtigt solche kleinen Umwege und hilft Zeit zu sparen.

Manche Fahrten sollten generell unterlassen werden: Wenn man auf dem Weg in die Arbeit auch ohne Umweg täglich bei der Tankstelle hält, um Multisaft und Kaugummis zu kaufen, ist das energiemäßig eher unsinnig. Besser und günstiger als das Einkaufen an Tankstellen ist es, wenn man die benötigten Artikel im Rahmen der Haltbarkeit schon vorher organisiert und in geeigneter Weise einlagert (Getränke abgedunkelt). In der Regel sind diese dann auch wesentlich günstiger.

Viele frönen dem Irrglauben, dass die Verweigerung einer Papierwertstofftonne bei gleichen Kosten Lagerplatz spart. Das Papier wird stattdessen in kleinen Portionen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen im Sammelcontainer entsorgt. Selbst ohne Kaltstart und Umweg kostet das ebenfalls enorm Zusatztreibstoff. Hinzu kommt die kaum bekannte Tatsache, dass Altpapier und -Kunststoff nicht Müll, sondern Wertstoffe sind, die von den Kommunen nicht verschenkt werden dürfen, sondern mit maximal möglichem Erlös verkauft und zu 100 % auf die übrige Müllabfuhr umgelegt werden müssen. Entfernt man Wertstoffe aus dieser Kette in gemeinnützige Sammlungen oder Sammelcontainer, reduziert man damit mittelfristig den Nachlass und erhöht dadurch die allgemeinen Müllabfuhrkosten. Wertstoffe aus Sammelcontainern kommen nicht den Müllkunden, sondern den Betreiberfirmen zugute.

Ein Kilometer Umweg mit bereits betriebswarmem Motor kostet alleine für Benzin mindestens 1,60 €/l x 0,06 l/km = 0,096€. Addiert man dazu die übrigen anfallenden Kosten, wird klar, dass auch die Zustellung eines Briefs mit Porto schnell wesentlich billiger als eine persönliche Zustellung im Rahmen eines kurzen Umwegs zu einer ohnehin erforderlichen Fahrt ist. Dass der kurze Kaltsprint zum nahe gelegenen Briefkasten ein Vielfaches mehr kostet, ist selbstredend. Hier bedient man sich besser eines Fahrrads oder Schusters Rappen.

Kurzfahrten zwischen zwei benachbarten Zielen kosten wegen der Park- und Rangiervorgänge viel Sprit. Sie kosten auch mehr Zeit, als ein kurzes Stück zu Fuß mit Einkaufswagen.
Abbildung 1. Reutlingen - E-Center und Bauhaus (Ausschnitt aus bing maps). Zwei oder mehrere Läden direkt nebeneinander. Die Kurzstrecke dazwischen macht niedrigen Verbrauch kaputt.

Stichworte:

Papierwertstofftonne

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