Roten Ampeln begegnen

So kühn ich auf die rote Ampel auch zufahre und so besessen ich davor in die Eisen steige, die städtischen Lichtorgeln lassen sich einfach nicht von mir beeindrucken: Sie werden keinen Moment früher grün.



Bei solchen Experimenten gingen schon vielen Mitfahrern sämtliche Sicherheitsgefühle hops. Der Verkehr im Rückspiegel empfände es, wäre er gefragt, sicher kaum taktvoller, als das Zuschlagen der Tür vor seiner Nase.

An Ampeln gibt es nichts mehr zu verreißen. Sind sie rot, haben wir anzuhalten. So gesehen kann man nur gewinnen:

Egal ob ich vorne an der Pole Position wäre oder hinterm Auspuff des Vordermanns hängen müsste, ich muss überhaupt nicht der Erste sein, der an den Anschlag fährt und hält.

Wie wäre es denn mit früher vom Gas gehen und den Motor einfach mal bremsen lassen. Das schont während der Bremszeit Sprit und Verschleiß. Ist es bis zum Rotlicht noch weit, beginne ich meine Annäherung gar im Leerlauf und entscheide dann, ob ich auf die Motorbremse und dann zusätzlich auf die Fußbremse über gehe oder nicht. Doch mein Urgrund ist von einem anderen Stern:

Frühzeitiges Verzögern vertilgt gierig Rotzeit. Während einer in die Länge gezogenen Bremsbewegung wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es bei meiner Ankunft wieder grün wird, bevor ich stehen bleiben müsste. Stand vor der Rotampel auch noch eine Kolonne, brauche ich dafür zusätzliche Verzögerungszeit für deren Auflösung bei Grün. Wenn ich doch stehen bleiben muss, gilt der unumstößliche Grundsatz: Jeder Verbrauch in L/h (auch 0,5L/h) ist wesentlich höher als jeder Verbrauch in L/100km (auch 40L/100km). Solange sich die Räder nicht drehen, ist jeder gleichzeitige Spritverbrauch unendlich hoch.

Wenn ich also auf eine rote Ampel zufahre, muss ich sofort den Fuß vom Gas nehmen und die Schubabschaltung ausnutzen. Wenn weit voraus die Ampel gerade grün wird und ein paar Autos vor mir langsam in die Gänge kommen, muss ich auch nicht sofort mit Vollgas und dann Bremsen aufschließen, sondern ich kann mir Zeit lassen: Der entscheidende Punkt ist die Haltelinie an der Ampel, an ihr sollte ich aufgeschlossen haben, jeder Moment vorher wäre wieder Spritverschwendung.

Stichworte:

Ampeln

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