Der Leerlaufgang

Manchen ist vielleicht noch gar nicht aufgefallen, dass zwischen den Gängen auch ein Leerlauf oder auch „Freilauf“ genannt schlummert — ja es gibt einen und es ist auch ein Gang. Eine tolle Fähigkeit Ihres Autos sehen Sie erst im Leerlauf: Während der Motor zur niedrigsten Drehzahl fährt — mit minimalem Verbrauch — drehen sich die Räder ohne jede Zusatzbremswirkung frei. Es ist jahrelanger Automobiltechnik und Straßenbau zu verdanken, dass unsere Autos auf unseren Straßen nahezu ideal „segeln“ können. Man kann es genießen, wenn man bei 90 den Gang rausnimmt.

Wissen Sie, wie viel Benzin pro Sekunde abfließt? Gasstellung mal Drehzahl. Und im Leerlauf ist man bei der Mindestdrehzahl und Mindestgas. Der Standgas- oder Leerlaufverbrauch eines betriebswarmen aktuellen PKW-Motors beträgt je nach Größe ca. 0,5 bis 0,6 Liter pro Stunde zuzüglich dem Durst für Kaltstart und Zusatzverbraucher. Moderne Fahrzeuge verfügen auch über adaptive Zusatzverbraucher, die ihren Verbrauch auf nahezu Null reduzieren können, so lange diese nicht benötigt werden. Sie sind in der Lage, den Kompressor der Klimaanlage automatisch vom Motor abzukuppeln und sind mit einem intelligenten Energiemanagement ausgerüstet, das die kumulierte Batteriebelastung erfasst, rechtzeitig vor zu großer Entladung in mehreren Stufen unwichtige Verbraucher deaktiviert und auch die Lichtmaschine zur bedarfsgerechten und verbrauchsoptimierten Nachladung anweist. Nachdem Corinna dieser Tugenden noch nicht habhaft ist, sind hier 2,0 Liter pro Stunde zu veranschlagen.

Der Verbrauch bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h kostet somit im ungünstigsten Fall 2,0 Liter pro 100 km. Bei 50 km/h immer noch nur 4,0 Liter pro 100 km, auf jeden Fall weniger als im Gang mit Gas. Leerlauffahren auf einem großen Teil der Strecke wäre also ideal.

Achtung:

Achtung bei Standard-Automatikgetriebe: Es wird in vielen Betriebsanleitungen davon abgeraten, während der Fahrt in den Leerlauf (= N = Neutralstellung) zu schalten. Hintergrund ist die dann fehlende Getriebeschmierung, die von der dann kriechenden, über die Wandlerkupplung vom Motor kommenden Antriebswelle und nicht von der weiterhin rasenden, über das Differential zu den Rädern führenden Abtriebswelle angetrieben wird.

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Leerlaufgang

Leerlaufverbrauch

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