Akt 2: Lebensgefühl von Autoinsassen

Im Auto bleibt man wohl unabhängig und man fährt sich Zeitvorteile ein. Doch dafür verkümmern auch viele Stunden unserer achso eng bemessenen Zeit im dichten Berufsverkehr. Wie viele Menschen verbringen ihre wertvolle Zeit aufgebracht im stehenden Auto sitzend, weil sie hilflos ansehen müssen, wie minütlich nur wenige Autos eine Kreuzung weiter ziehen? Wie viele sind schon abgestumpft? Das Erlebnis, als stummes, kleines Glied, im Schlepptau einer schier endlos erscheinenden Stahlkette zu sein, ist nicht zwingend berauschend:

Hält man sich den bitteren Beigeschmack vor die Augen, sprechen alle Sinne an: In mitten stinkendem Qualm und erschreckendem Lärm prasselt uns im Gehege des Schilder- und Signalwaldes eine volle Ladung optischer Reizüberflutung auf uns ein. Wir werden konfrontiert mit dem Stoff für Anspannung, Aufregung und Stress.

Auch aus energietechnischer Sicht ein trauriger Anblick. Die allermeisten der 1,5 Tonnen schweren Autos bewegen nur ein einziges Menschlein durch Stopp and Go. In Atlanta (USA) gibt es auf vielspurigen Straßen eine Spur links vorgesehen für Fahrzeuge, die mit mehr als einem Fahrer besetzt sind. Trotz dichtem Verkehr hab ich diese Spur vollkommen leer gesehen. Ist das Effizient?

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