Akt 1: Der Schritt zur Mobilität

Wie ich zum Auto kam.

Alles fing mit dem Bobby-Car an, den ich nie bekam. Jahre und Zahltage später, stand der Traum ferne Ziele anzusteuern und dort Vieles zu erleben vor der Haustür. Vater sagte: "Fahr nicht so viel, heb dein Auto fürs Wochenende auf". "Ja klar, Papa — so viel für das werte Stück gelöhnt, verkraft den Unterhalt, also will ich auch überall damit hin fahren." Dass das heiligs Blechle im Endeffekt nur für den In-Dorf-Verkehr in Verkehr gebracht war — ganz entgegen meinen Träumen — wurde mir nie wieder bewußt. Für meinen Umkreis hätte ich es an und für sich garnicht gebraucht.

Zurückgedacht, früher ohne Führerschein, hat mir das Auto nie gefehlt. Wobei es früher auch schon jede Menge Dinge zu erledigen gab. Aber 1 war anders: Die Wege waren 100-mal lebendiger. Egal ob Bus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad — schon der Weg machte Laune, war oft das Ziel oder veränderte diese.

Sagen wir mal: Es blieb nix anderes übrig. Jeder hier fährt doch Auto, auch die Eltern. Als ich mit 19 Jahren vom Stadtbus aufs Auto umstieg, konnte ich ja nicht ahnen, wie teuer Arbeitswege werden und welchen Schatten Stress und Staus auf die neue Freiheit werfen.

Erst mal ans Auto gewöhnt, kommt man kaum mal mehr zum Wahllokal ohne. Die Laufkultur ist auf und davon. Sicher hat man die Wahl, doch das fahrbereite Auto vor der Haustür, wird zum besseren Freund des Menschen als ein Hund. Hat uns das Dogma der Bequemlichkeit an der Leine? Ist der autofreie Sonntag nicht ein Beweis dafür?

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