Mildhybridantrieb

Der „Mildhybridantrieb“ des Reifen- und Autoelektronikherstellers Continental ist ein paralleler Elektro-/Verbrennungshybrid der zweiten Generation. Im Gegensatz zu bisherigen Konzepten, die als Studie zur Gewinnung von Erfahrungen sowie bestenfalls zur Auflage einer Kleinserie für grün angehauchte finanzkräftige Idealisten realisiert wurden, soll dieser Prototyp bis Ende 2016 zur Serienreife entwickelt werden und dann für die breite Masse zu christlichen Preisen erschwinglich sein.

Um eine maximale Effizienz hervorzuheben, gehe ich davon aus, dass der Prototyp auf Basis eines relativ nackten VW Golf 1,2 TSI DSG aufgebaut wurde. Das Direktschaltautomatikgetriebe kann beim Verzögern bereits serienmäßig auf Coasting (Segeln) oder Motorbremse umschalten. Dabei soll nach Umbau auch der betriebswarme Verbrennungsmotor automatisch abgestellt und abgekuppelt werden, ohne hierzu die Zündung ausschalten zu müssen oder während der Fahrt das Lenkradschloss einrasten zu lassen. Bremskraftverstärker und Servolenkung werden dann offensichtlich durch Getriebe oder Elektromotor weiter angetrieben. Der Motorbremsbetrieb erfolgt auf Steigungen mit flachem Gefälle bis 15/12 % außerdem bei abgekuppeltem Verbrennungsmotor durch verstärkte Rekuperation (Batterierückladung). Auf steilem Gefälle über 15/12 % bleibt der Verbrennungsmotor eingekuppelt.

Als Akkuzellen wurden vermutlich Exemplare von der Stange mit maximaler Kapazität (= minimale Kosten pro Amperestunde) gewählt. Minimale Kosten für den verschleißträchtigen gesamten Akku werden durch Reihenschaltung nur weniger Zellen (13 Zellen für nur 48 Volt Antriebspannung) erzielt. Der hierzu kompatible Spezialelektromotor, der auch als Anlasser und Lichtmaschine fungiert, erzeugt aus dieser reduzierten Betriebsspannung in Verbindung mit entsprechend hoher Stromstärke seine Nennleistung. Die für die hohe Stromstärke erforderliche wesentlich dickere Motorleitung wird wohl durch motornahe Akkumontage kompensiert. Das Konzept wird aus dem kleinen Akku eine reine Elektroreichweite von nur wenigen Kilometern zur Verfügung stellen können. Mehr ist jedoch auch nicht nötig, sondern würde am frühen Akkulebensende nur die angesammelten Treibstoffeinsparungen aufzehren. Lediglich die kurzfristigen Speichervorteile stehen in vollem Umfang zur Verfügung.

Dieses Antriebskonzept ist aus meiner Sicht das vielversprechendste.

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